Die menschliche Natur ist es, die durch jene Unendlichkeit ihrer sehnsuchtsvollen Wünsche und ihres Fassungsvermögens aufzeigt, dass ihr der Charakter der Göttlichkeit eingeprägt ist. Dies zeigt sie zu dem Zweck, dass der Mensch an begrenzten Dingen keinen Halt findet und ständig Gelegenheiten hat, zum Abgrund der Unendlichkeit selbst, zu Gott hin aufzubrechen; so wie der Mensch auch ständig Anreize besitzt, nach Gott zu verlangen. Denn dieser schickt ihn ja auch deswegen in die Welt, dass er Gott suche und aus den Werken den Werkmeister erkenne – bis die Zeit kommt, da er geruht, sich ihm selbst, ohne Schleier, zu offenbaren, von Angesicht zu Angesicht.
Der Weg des Lichts. Via lucis, hg. von U. Voigt, Hamburg: Meiner 1997, 22.