Wollte nun jemand weiter erwägen, warum doch Gott mit den Kindern so groß tue und warum
wir sie so hoch halten sollen, der wird Ursach genug finden. Zum ersten: Wo dir die Kinder als
etwas Geringes vorkommen, so betrachte nicht, was sie itzo sind, sondern was sie dermaleinst
werden sollen, so wirst du ihre Hoheit bald merken. Sie sind nämlich nicht allein darum
erzeuget, dass sie nach uns der Welt Einwohner, des Erdbodens Verwalter, und also unter
anderen Geschöpfen Gottes, Regenten werden sollen, sondern auch neben uns Christi
Mitgenossen, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, das Volk des Eigentums,
Mitgesellen der Engel, Richter der Teufel, Trost des Himmels, Schrecken der Hölle, Erben
der unendlichen Ewigkeit. Was kann Höheres gesagt werden?
Doch nicht allein, was sie künftig sein und werden sollen, soll man bedenken, sondern auch,
was sie schon itzo sind, nämlich teures Kleinod, beides Gott dem Herren und auch ihren
Eltern.
Informatorium der Mutterschul, hrsg. von Joachim Heubach, Heidelberg 1962, Kap. I,7.9, S. 18.