Zum Gedenken an Comenius

Von Gottfried Wilhelm Leibniz

 

Fortunate senex, veri novus incola mundi

    Qvem pictum nobis jam tua cura dedit:

Seu res humanas insanaqve jurgia, liber

    Despicis, et nostris usqve movere malis;

Sive Apicem Rerum et mundi secreta tuenti,

    Interdicta solo, nunc data Pansophie:

Spem ne pone tuam, superant tua carmina mortem

    Sparsaqve non vanè semina servat humus.

Posteritas non sera metet, jam messis in herba est,

    Articulos norunt fata tenere suos.

Paulatim natura patet, felicibus, unâ,

    Si modò conatûs jungimus, esse licet,

Tempus erit, qvo te, Comeni, turba bonorum,

    Factaqve, spesqve tuas, vota qvoqve ipsa, colet.

 

 

Glückseliger Greis, neuer Bewohner der wahren Welt,

von der uns dein forschendes Mühen schon jetzt ein Bild gegeben:

Ob du nun frei auf die menschlichen Dinge und sinnlosen Streite

herabblickst und noch immer von unseren Leiden gerührt wirst,

oder dir jetzt, wo du das Wesen der Dinge und die Geheimnisse des Weltalls schaust,

die dem Erdenleben versagte Allweisheit zuteil wurde:

Gib die Hoffnung nicht auf, deine Werke überdauern den Tod,

und der Acker bewahrt den nicht vergeblich gesäten Samen.

Nicht allzu spät wird die Nachwelt ernten, schon steht die Ernte im Halm.

Das Schicksal weiß die rechte Zeit zu beachten;

Allmählich offenbart sich die Natur. Wir dürfen gemeinsam

teilhaben am Glück, wenn wir nur unser Streben vereinen.

Es wird die Zeit kommen, da die Menge der Guten dich, Comenius,

und deine Werke und Hoffnungen, ja selbst deine innigsten Wünsche

sorgsam studieren wird.

(Übersetzt ins Deutsche von Andreas Fritsch)